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Marketing und Vertrieb

Google Unternehmensprofil: was wirklich zählt

Relevanz, Entfernung, Beliebtheit: welche Angaben im Profil zählen, welche Vorgaben Google für Fotos macht und was Sie messen können.

16. September 20265 Minuten LesezeitRedaktionell geprüft
Handwerker prüft am Smartphone die Einträge und Bewertungen seines Betriebs in der lokalen Kartensuche

Das Wichtigste in Kürze

  • Google nennt drei Faktoren für lokale Treffer: Relevanz, Entfernung und Beliebtheit. Ein Platz in den Ergebnissen ist nicht käuflich.
  • Eine Hauptkategorie und bis zu neun weitere Kategorien entscheiden darüber, bei welchen Suchanfragen das Profil überhaupt auftaucht.
  • Unnötige Zusätze im Unternehmensnamen, vom Werbeslogan bis zur Rechtsform, sind ein Richtlinienverstoß und können zur Sperrung des Profils führen.
  • Leistungsdaten gibt es nur für bestätigte Profile, ein Messwert kann bis zu 5 Tage brauchen, bis er sichtbar wird.

Lokale Treffer sortiert Google nach Relevanz, Entfernung und Beliebtheit, und ein besseres Ranking ist auch gegen Bezahlung nicht zu haben. Wirksam sind deshalb genau drei Dinge: vollständige und korrekte Angaben, eine passende Hauptkategorie plus bis zu neun weitere, und ein Profil, das regelmäßig gepflegt wird. Alles andere, von der ausführlichen Beschreibung bis zum wöchentlichen Beitrag, wirkt erst, wenn diese Grundlage steht.

Wonach Google lokale Treffer sortiert

Google beschreibt die Sortierung lokaler Ergebnisse mit drei Begriffen: Relevanz, Entfernung und Beliebtheit. Relevanz meint, wie gut die Angaben im Profil zur Suchanfrage passen. Entfernung meint den Abstand zwischen Suchendem und Betrieb, wobei Google bei fehlender Standortfreigabe schätzt. Beliebtheit meint den Bekanntheitsgrad, der sich unter anderem aus der Zahl der Websites speist, die auf das Unternehmen verweisen, und aus der Zahl der Rezensionen.

Wichtig ist der Satz, den Google dem Abschnitt zu den Faktoren für das lokale Ranking voranstellt: Ein besseres Ranking kann nicht eingefordert werden, auch nicht gegen Bezahlung. Wer Ihnen einen Platz in den ersten drei Kartentreffern verkauft, verkauft etwas, das er nicht liefern kann.

Daraus folgt die Arbeitsreihenfolge. An der Entfernung ändern Sie nichts, solange der Betrieb steht, wo er steht. An der Relevanz ändern Sie viel, und zwar an einem Nachmittag. An der Beliebtheit arbeiten Sie über Monate, über Bewertungen und über Erwähnungen auf anderen Seiten. Zwei von drei Faktoren liegen also in Ihrer Hand.

Kategorie, Name und Angaben

Die Hauptkategorie ist die wichtigste Einstellung im ganzen Profil. Sie entscheidet, für welche Suchanfragen Ihr Betrieb überhaupt in Frage kommt. Wählen Sie die spezifische Variante, also Nagelstudio statt Studio, Sanitärinstallateur statt Bauunternehmen. Als Hauptkategorie gilt die Kategorie im ersten Feld, dazu lassen sich bis zu neun weitere Kategorien hinterlegen. Eigene Kategorien lassen sich nicht anlegen, findet sich keine passende, nimmt man laut Google die allgemeinere.

Der Name muss der sein, den Sie auch auf Schildern, Briefpapier und am Fahrzeug führen. Unnötige Zusätze sind unzulässig, und Google nennt als Folge ausdrücklich die Sperrung des Profils: Werbeslogans, Angaben zu Öffnungszeiten, Telefonnummern, Leistungsbegriffe hinter dem Firmennamen, Wörter komplett in Großbuchstaben und selbst rechtliche Zusätze wie GmbH oder OHG. Ein Ortsname ist nur zulässig, wenn er zum tatsächlich geführten Namen gehört. Der Vorteil, den ein Betrieb sich von einem Zusatz verspricht, steht in keinem Verhältnis zum Risiko, das Profil samt aller Bewertungen zu verlieren.

Zur Vollständigkeit gehören Adresse oder Einzugsgebiet, Telefonnummer, Website, Öffnungszeiten samt Feiertagen und eine Beschreibung ohne Werbeaussagen. Preise, Rabatte und Sonderaktionen sind in der Beschreibung laut Richtlinie nicht erlaubt, Google nennt als Beispiel Aussagen wie 50 Prozent Rabatt auf alles, und Links jeder Art sind es ebenso wenig. Je Standort ist genau ein Profil vorgesehen. Ein eigenes Profil bekommen daneben nur Abteilungen innerhalb eines Unternehmens und selbstständige Fachkräfte mit eigener Niederlassung, etwa Ärzte, Anwälte oder Immobilienmakler.

Vorgaben von Google für die wichtigsten Profilangaben
AngabeVorgabeWarum sie zählt
Kategorien1 primäre plus bis zu 9 weitere, keine eigenen Kategoriensteuert, bei welchen Suchanfragen das Profil erscheint
Unternehmensnamewie auf Schildern und Briefpapier, ohne unnötige Zusätzeunnötige Zusätze sind ein Richtlinienverstoß, Sperrung möglich
Fotomindestens 250 mal 250 Pixel, empfohlen 720 mal 720 Pixel, 10 KB bis 5 MBzu kleine Dateien werden nicht sauber ausgespielt
Videohöchstens 30 Sekunden, bis 75 MB, 720p oder besserlängere Aufnahmen nimmt das Profil nicht an
Sichtbarkeit von Änderungenmeist rund 10 Minuten, im Einzelfall bis zu 30 TageFeiertagszeiten rechtzeitig eintragen
Leistungsdatennur für bestätigte Profile, Suchbegriffe monatlich mit bis zu 5 Tagen Verzugohne Bestätigung keine Messung
Bestätigung mit StandortPostkarte mit fünfstelligem Codeohne Bestätigung bleibt das Profil eingeschränkt

Hilfeseiten des Google Unternehmensprofils und IHK Schwaben, Stand September 2026

Fotos und Videos nach den Vorgaben von Google

Bilder sind der Teil, den Betriebe am häufigsten liegen lassen, obwohl er am schnellsten erledigt ist. Google empfiehlt eine Auflösung von 720 mal 720 Pixel und verlangt mindestens 250 mal 250 Pixel, als Format JPG oder PNG mit 10 KB bis 5 MB Dateigröße. Videos dürfen höchstens 30 Sekunden lang und 75 MB groß sein und sollen in 720p oder besser vorliegen. Nach dem Hochladen dauert es 24 bis 48 Stunden, bis die Dateien im Profil erscheinen.

Drei Bildtypen sind getrennt zu pflegen: das Logo, das Titelbild und die eigentlichen Unternehmensfotos. Für Betriebe ohne Ladengeschäft sind Arbeitsproben wertvoller als Bürobilder, also die fertige Anlage, der neue Belag, das saubere Treppenhaus. Wer Mitarbeiter zeigt, holt vorher deren Einwilligung ein.

Planen Sie den Aufwand realistisch. Zehn brauchbare Aufnahmen je Quartal sind 40 im Jahr und damit mehr, als die meisten regionalen Wettbewerber zeigen. Ab zehn Standorten lassen sich Fotos gesammelt über eine Tabelle hochladen, darunter läuft jedes Bild einzeln. Eigene Kosten dafür gehören in Ihr Marketingbudget, auch wenn das Profil selbst nichts kostet.

Bewertungen und Antworten

Rezensionen zahlen direkt auf den Faktor Beliebtheit ein, denn Google zählt Menge und Bewertung mit. Das macht sie zum wirksamsten Hebel, den ein kleiner Betrieb hat, und zugleich zum riskantesten: Gekaufte oder erfundene Bewertungen verstoßen gegen die Richtlinien und gegen das Wettbewerbsrecht. Wie das Einsammeln sauber läuft, steht im Beitrag zu Kundenbewertungen.

Antworten Sie auf jede Bewertung, auch auf die schlechten, und zwar sachlich und ohne Details zum Auftrag. In der Antwort dürfen Sie Kontaktdaten des Betriebs nennen, nach personenbezogenen Daten des Kunden dürfen Sie nicht fragen. Eine gute Antwort richtet sich nicht an den Verfasser, sondern an die nächsten fünfzig Leser.

Ebenso gehört der Bereich Fragen und Antworten gepflegt: Dort antworten sonst Fremde für Sie. Stellen Sie die drei Fragen selbst ein, die am Telefon ohnehin jeden Tag kommen, etwa zu Anfahrtskosten, Notdienst oder Terminvorlauf, und beantworten Sie sie aus dem Firmenkonto.

Messen statt raten

Leistungsdaten stehen nur für bestätigte Profile bereit. Sie zeigen Aufrufe in Suche und Karte, die Suchbegriffe, über die Nutzer gekommen sind, sowie Anrufe, Routenanfragen, Klicks auf die Website und Nachrichten. Die Suchbegriffe werden zu Monatsbeginn aktualisiert, bis zu 5 Tage kann es dauern, bis der Wert erscheint.

Rechnen Sie mit diesen Zahlen wie mit jeder anderen Werbung. Beispiel: 1.200 Profilaufrufe im Monat, davon 60 Anrufe, ergibt eine Anrufquote von 5 Prozent. Werden aus 60 Anrufen 18 Aufträge, entspricht das 30 Prozent. Solche Quoten sind die Grundlage jeder Entscheidung über bezahlte Anzeigen, denn sie sagen, was ein zusätzlicher Aufruf wert ist.

Behalten Sie die Suchbegriffe im Blick. Tauchen dort Leistungen auf, die Sie gar nicht anbieten, stimmt die Kategorie nicht. Fehlt eine Leistung, die zwei Drittel Ihres Umsatzes ausmacht, fehlt sie vermutlich auch im Profil. Die Auswertung dauert zehn Minuten im Monat und ersetzt jede Vermutung darüber, wie Kunden Sie finden.

Was Google schuldet und was nicht

Anbieter von Online-Suchmaschinen müssen die wichtigsten Parameter für die Sortierung der Ergebnisse und deren relative Gewichtung öffentlich und leicht zugänglich erläutern. Diese Pflicht steht in Artikel 5 Absatz 2 der Verordnung (EU) 2019/1150 über Fairness und Transparenz für gewerbliche Nutzer. Lässt sich das Ranking durch ein Entgelt beeinflussen, ist nach Absatz 3 auch das darzulegen. Das deutsche Wettbewerbsrecht verlangt dieselbe Offenlegung von Vergleichs- und Suchdiensten und nimmt Suchmaschinen davon ausdrücklich aus, weil für sie die europäische Verordnung gilt (§ 5b Absatz 2 UWG).

Ein Anspruch auf eine bestimmte Position folgt daraus nicht. Was folgt, ist eine Erwartung an die Sorgfalt in die andere Richtung: Ihre Angaben müssen stimmen. Öffnungszeiten, die an Feiertagen falsch stehen, kosten Anrufe, und geänderte Angaben sind meist nach rund zehn Minuten sichtbar, in Einzelfällen dauert die Prüfung bis zu 30 Tage.

Vor der ersten Nutzung steht die Bestätigung. Bei festem Standort führt der Weg nach Darstellung der IHK Schwaben über eine Postkarte mit einem fünfstelligen Code, ohne festen Standort kommen Telefon, E-Mail, Videoaufzeichnung oder die Search Console in Frage. Erst danach greifen Leistungsdaten, Antworten auf Rezensionen und die Pflege der Angaben.

Häufige Fragen

Kostet das Google Unternehmensprofil etwas?

Das Profil selbst ist kostenfrei, auch Bewertungen, Fotos und Leistungsdaten kosten nichts. Bezahlt wird nur Werbung, und die ändert nichts an der Sortierung der organischen lokalen Treffer. Aufwand entsteht durch Pflege, realistisch etwa eine Stunde im Monat.

Wie viele Kategorien soll ich eintragen?

So wenige wie möglich und so viele wie nötig. Neben der Hauptkategorie sind bis zu neun weitere erlaubt, sinnvoll sind meist zwei bis vier, die tatsächlich erbrachte Leistungen abbilden. Kategorien als Schlüsselwortliste zu missbrauchen, verstößt gegen die Richtlinien.

Darf ich meinen Ort in den Firmennamen schreiben?

Nur wenn der Ort zu dem Namen gehört, den Sie auch außerhalb des Internets führen. Ihn allein für die Suche anzuhängen, ist ein unnötiger Zusatz, und solche Zusätze können nach Angabe von Google zur Sperrung des Profils führen.

Warum erscheint mein Betrieb nicht in der Kartenansicht?

Häufigste Gründe sind ein nicht bestätigtes Profil, eine unpassende Hauptkategorie und die Entfernung zum Suchenden. Die ersten beiden Punkte lassen sich an einem Nachmittag klären, an der Entfernung ändert kein Eintrag etwas.

Wie schnell sind Änderungen sichtbar?

In der Regel nach ungefähr zehn Minuten. In Einzelfällen dauert die Prüfung durch Google bis zu 30 Tage. Tragen Sie Feiertags- und Urlaubszeiten deshalb mit Vorlauf ein und nicht am Tag davor.

Hilft ein wöchentlicher Beitrag im Profil beim Ranking?

Google nennt als Faktoren Relevanz, Entfernung und Beliebtheit, nicht die Taktung von Beiträgen. Beiträge sind Kundeninformation und lohnen bei Aktionen oder geänderten Zeiten, ersetzen aber keine vollständigen Angaben und keine Bewertungen.

Quellen

  1. IHK Schwaben: Google Unternehmensprofil, professioneller Auftritt in der Google-Suche
  2. Verordnung (EU) 2019/1150 über Fairness und Transparenz für gewerbliche Nutzer von Online-Vermittlungsdiensten
  3. § 5b UWG, wesentliche Informationen und Ranking-Parameter
  4. Google, Ranking-Faktoren für lokale Suchergebnisse
  5. Google, Richtlinien zur Darstellung Ihres Unternehmens
  6. Google, Anforderungen an Fotos und Videos im Unternehmensprofil