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Betrieb und Logistik

Sicherheitsdienst

Was eine Wachstunde kostet, welche Erlaubnis Pflicht ist, was im Vertrag stehen muss.

Sicherheitsdienst

Bewachung ist ein erlaubnispflichtiges Gewerbe. Wer Leben oder Eigentum fremder Personen gewerbsmäßig bewacht, braucht die Erlaubnis nach § 34a Absatz 1 der Gewerbeordnung, und jede eingesetzte Kraft muss vor dem ersten Einsatz im Bewacherregister angemeldet sein. In den privaten Wach- und Sicherheitsdiensten arbeiteten zum 30. Juni 2025 nach Verbandsangaben 276.987 Beschäftigte, verteilt auf 4.517 Unternehmen. In der Kalkulation steckt seit dem 1. Januar 2026 ein Mindestlohn von 13,90 Euro, ab dem 1. Januar 2027 sind es 14,60 Euro. Zusammen mit den 29 Euro Lohnnebenkosten, die das Statistische Bundesamt für 2025 je 100 Euro Bruttoverdienst ausweist, kostet eine Einsatzstunde den Dienstleister rund 17,93 Euro, bevor Disposition, Ausrüstung, Ausfallreserve und Wagnis eingerechnet sind.

Deshalb verrät der Stundensatz mehr über ein Angebot als jede Leistungsbeschreibung. Wichtig ist daneben die Qualifikation der Kräfte: Die Unterrichtung bei der Industrie- und Handelskammer dauert mindestens 40 Unterrichtsstunden zu 45 Minuten, für Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum, für den Schutz vor Ladendieben und für den Einlassbereich von Diskotheken verlangt § 34a Absatz 1a der Gewerbeordnung zusätzlich die bestandene Sachkundeprüfung.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

Erlaubnis und Register

Lassen Sie sich die Erlaubnisurkunde nach § 34a Absatz 1 der Gewerbeordnung und die Bewacherregisteridentifikationsnummer des Unternehmens zeigen. Jede Wachperson führt nach § 18 der Bewachungsverordnung einen Ausweis mit, auf dem ihre eigene Registernummer und die des Betriebs stehen. Wer ohne Erlaubnis bewacht, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die nach § 144 Absatz 4 der Gewerbeordnung mit bis zu 5.000 Euro geahndet wird. Die Zuverlässigkeit der Beschäftigten wird behördlich überprüft, spätestens alle fünf Jahre erneut.

Unterrichtung oder Sachkunde

Die Unterrichtung ist die Grundstufe: mindestens 40 Unterrichtsstunden zu 45 Minuten, mündlich, mit Deutschkenntnissen mindestens auf Niveau B1. Sie deckt Gewerbe- und Datenschutzrecht, Notwehr und Notstand, Straf- und Verfahrensrecht, Unfallverhütung, Deeskalation und Sicherheitstechnik ab. Für Kontrollgänge im öffentlich zugänglichen Raum, Ladendetektive, Türdienst in Diskotheken sowie die leitende Funktion bei Unterkünften für Asylsuchende und bei zugangsgeschützten Großveranstaltungen genügt das nicht, dort ist die Sachkundeprüfung vor der Industrie- und Handelskammer vorgeschrieben. Schreiben Sie die Stufe in den Auftrag, sonst entscheidet die Disposition.

Haftpflicht mit Summen

§ 14 der Bewachungsverordnung nennt Mindestversicherungssummen je Schadensereignis: 1.000.000 Euro für Personenschäden, 250.000 Euro für Sachschäden, 15.000 Euro für das Abhandenkommen bewachter Sachen und 12.500 Euro für reine Vermögensschäden. Die Jahresleistung darf auf das Doppelte begrenzt werden. Die beiden kleinen Positionen sind der wunde Punkt: Für ein Lager mit hochwertiger Ware oder einen Serverraum reichen 15.000 Euro nicht, dann gehört eine höhere Deckung in den Vertrag.

Befugnisse klarstellen

Wachpersonen haben keine polizeilichen Befugnisse. Nach § 17 der Bewachungsverordnung muss die Dienstanweisung diesen Hinweis ausdrücklich enthalten. Sie handeln auf Grundlage des Hausrechts und der Rechte, die jedem zustehen, etwa Notwehr nach § 227 des Bürgerlichen Gesetzbuchs und vorläufige Festnahme nach § 127 der Strafprozessordnung. Legen Sie schriftlich fest, wann eskaliert und wann die Polizei gerufen wird.

Zuschläge nachrechnen

Nacht-, Sonntags- und Feiertagsdienste sind teurer, und zwar kalkulatorisch nachvollziehbar. § 3b des Einkommensteuergesetzes lässt Zuschläge steuerfrei bis 25 Prozent für Nachtarbeit zwischen 20 und 6 Uhr, bis 50 Prozent für Sonntagsarbeit und bis 125 Prozent für gesetzliche Feiertage. Wird die Nachtschicht vor 0 Uhr begonnen, steigt der steuerfreie Satz für die Stunden von 0 bis 4 Uhr auf 40 Prozent. Ein Angebot, das Wochenenddienst zum Werktagspreis anbietet, kalkuliert entweder knapp oder schlecht.

Datenschutz beim Objektschutz

Sobald der Dienst Kameras auswertet, Besucherlisten führt oder Zutrittsdaten verarbeitet, arbeitet er für Sie als Auftragsverarbeiter. Dafür braucht es einen Vertrag nach Artikel 28 der Datenschutz-Grundverordnung mit Weisungen, Löschfristen und Regeln für Unterauftragnehmer. Klären Sie außerdem, wie lange Aufzeichnungen aufbewahrt und wer sie herausgeben darf.

Preisrahmen

Was üblicherweise berechnet wird

Preisrahmen Sicherheitsdienst, Stand 2026
PositionÜbliche SpanneHinweis
Gesetzlicher Mindestlohn13,90 Euro brutto je Stundeseit 1. Januar 2026, ab 1. Januar 2027 dann 14,60 Euro
Personalkosten je Einsatzstunderund 17,93 EuroMindestlohn plus 29 Euro Lohnnebenkosten je 100 Euro Bruttoverdienst
Objektschutz, unterrichtete Kraft23 bis 29 Euro netto je StundeRechenwert: Personalkosten plus 30 bis 60 Prozent für Disposition, Ausrüstung, Wagnis
Einsatz mit Sachkundeprüfungab etwa 27 Euro netto je Stundehöhere Qualifikationsstufe, Pflicht bei Kontrollgängen und Türdienst
Nachtstunde 20 bis 6 UhrZuschlag bis 25 Prozentsteuerfreier Rahmen nach § 3b EStG, ab 0 Uhr bis 40 Prozent bei Schichtbeginn vor Mitternacht
SonntagsdienstZuschlag bis 50 Prozentauf den Mindestlohn gerechnet rund 6,95 Euro je Stunde
Gesetzlicher FeiertagZuschlag bis 125 Prozentauf den Mindestlohn gerechnet rund 17,38 Euro je Stunde

Lohn und Zuschlagsgrenzen stammen aus der Mindestlohnanpassungsverordnung und § 3b EStG, die Lohnnebenkostenquote vom Statistischen Bundesamt; die Verrechnungssätze sind daraus gerechnet und liegen regional sowie bei tarifgebundenen Betrieben höher.

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Häufige Fragen

Braucht jeder Sicherheitsdienst eine Erlaubnis?

Ja. Wer gewerbsmäßig Leben oder Eigentum fremder Personen bewacht, benötigt die Erlaubnis nach § 34a Absatz 1 der Gewerbeordnung, dazu Sachkunde der Leitung, Zuverlässigkeit und den Nachweis einer Haftpflichtversicherung. Bewachung ohne Erlaubnis kann nach § 144 Absatz 4 der Gewerbeordnung mit bis zu 5.000 Euro Geldbuße belegt werden.

Was kostet eine Wachstunde 2026?

Allein die Personalkosten liegen bei rund 17,93 Euro, gerechnet aus dem Mindestlohn von 13,90 Euro und 29 Euro Lohnnebenkosten je 100 Euro Bruttoverdienst. Mit Disposition, Ausrüstung und Wagnis ergeben sich für einfachen Objektschutz rechnerisch 23 bis 29 Euro netto je Stunde. Tarifgebundene Betriebe und Einsätze mit Sachkundeprüfung liegen darüber.

Worin unterscheiden sich Unterrichtung und Sachkundeprüfung?

Die Unterrichtung ist eine Schulung von mindestens 40 Unterrichtsstunden zu 45 Minuten ohne Prüfung, bescheinigt von der Industrie- und Handelskammer. Die Sachkundeprüfung ist eine Prüfung mit schriftlichem und mündlichem Teil und für fünf Tätigkeiten vorgeschrieben, darunter Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum und der Schutz vor Ladendieben.

Welche Rechte hat eine Wachperson im Einsatz?

Sie hat keine hoheitlichen Befugnisse. Die Dienstanweisung muss nach § 17 der Bewachungsverordnung ausdrücklich darauf hinweisen. Gestützt wird das Handeln auf das Hausrecht des Auftraggebers sowie auf Notwehr nach § 227 des Bürgerlichen Gesetzbuchs und die vorläufige Festnahme nach § 127 der Strafprozessordnung.

Reicht die gesetzliche Haftpflicht für mein Lager?

Häufig nicht. Für das Abhandenkommen bewachter Sachen schreibt § 14 der Bewachungsverordnung nur 15.000 Euro je Schadensereignis vor, für reine Vermögensschäden 12.500 Euro. Liegt der Wert Ihrer Ware darüber, vereinbaren Sie eine höhere Deckungssumme und lassen Sie sich die Police jährlich vorlegen.

Quellen

  1. § 34a Gewerbeordnung, Bewachungsgewerbe
  2. § 144 Gewerbeordnung, Bußgeldvorschriften
  3. § 14 Bewachungsverordnung, Umfang der Versicherung
  4. § 6 Bewachungsverordnung, Unterrichtungsverfahren
  5. § 18 Bewachungsverordnung, Ausweis und Kennzeichnung
  6. § 16 Bewachungsverordnung, An- und Abmeldung von Wachpersonal
  7. § 1 Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung
  8. § 3b Einkommensteuergesetz, Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit
  9. BDSW, Pressemitteilung 03/2026 zu Umsatz und Beschäftigung
  10. Statistisches Bundesamt, Lohnnebenkosten in Deutschland