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Handwerk und Bau

Garten- und Landschaftsbau

Was Gartenarbeiten 2026 kosten, welche Fristen gelten und was ins Angebot gehört.

Garten- und Landschaftsbau

Ein Betrieb des Garten- und Landschaftsbaus berechnet 2026 für die Arbeitsstunde üblicherweise 55 bis 80 Euro netto. Die Untergrenze setzt der Bundeslohntarifvertrag: Der Ecklohn für Landschaftsgärtner liegt seit dem 1. Juli 2026 bei 20,91 Euro, nach drei Jahren im Betrieb bei 21,97 Euro, ein Meister mit Baustellenverantwortung bei 27,23 Euro. Bis zum Angebotspreis kommen Sozialabgaben, Geräte, Anfahrt und unproduktive Zeiten dazu. Erdarbeiten verteuerten sich laut Statistischem Bundesamt von Mai 2025 bis Mai 2026 um 5,4 Prozent.

Bei größeren Aufträgen wiegt schwerer, was neben der Arbeitszeit anfällt: Aushub abfahren, Unterbau herstellen, Pflanzware liefern, in den ersten Monaten wässern. Verlangen Sie deshalb Einzelpositionen statt einer Pauschale. Der Termin entscheidet mit: Vom 1. März bis zum 30. September dürfen Hecken und Gehölze nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz nicht auf den Stock gesetzt oder beseitigt werden, schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben zulässig.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

Qualifikation der Bauleitung

Der Garten- und Landschaftsbau steht weder in Anlage A noch in Anlage B der Handwerksordnung. Für die Selbstständigkeit reicht die Gewerbeanmeldung, ein Meisterbrief ist nicht vorgeschrieben. Fragen Sie deshalb gezielt, wer die Baustelle führt: Abschluss als Landschaftsgärtner, Meister- oder Technikerprüfung, bei Kronenarbeiten die Fortbildung zum Fachagrarwirt Baumpflege.

Schnittverbot im Sommerhalbjahr

Bäume außerhalb des Waldes, Hecken, lebende Zäune und Gebüsche dürfen vom 1. März bis zum 30. September nicht abgeschnitten, auf den Stock gesetzt oder beseitigt werden. Das steht in § 39 Absatz 5 Bundesnaturschutzgesetz. Die Länder dürfen den Zeitraum ausweiten oder aus klimatischen Gründen um bis zu zwei Wochen verschieben, kommunale Baumschutzsatzungen kommen obendrauf. Rodungen gehören deshalb in den Winter.

Pflege nach der Pflanzung

Auf die Pflanzung folgt die Fertigstellungspflege bis zur Abnahme, danach die Entwicklungspflege. Wer beides nicht vereinbart, streitet im zweiten Sommer über vertrocknete Gehölze. Lassen Sie Wässergänge, Zeitraum und Preis als eigene Position ausweisen, statt sich auf eine mündlich zugesagte Anwuchsgarantie zu verlassen.

Bauwerk oder Bepflanzung

Die Verjährung hängt davon ab, was gebaut wurde. Bei Arbeiten an einem Bauwerk endet die Frist für Mängelansprüche fünf Jahre nach der Abnahme, § 634a Absatz 1 Nummer 2 BGB. Für Werkleistungen ohne Bauwerksbezug sind es zwei Jahre. Stützmauer, Terrasse und befestigter Weg gehören zur ersten Gruppe, eine reine Pflanzung eher zur zweiten. Notieren Sie den Abnahmetag, ab ihm läuft die Frist.

Aushub vorher klären

Bei Erdarbeiten entscheidet der Boden über den Preis. Vor dem Angebot sollte feststehen, wie viele Kubikmeter abgefahren werden und ob der Aushub belastet ist. Eine Analyse kostet meist unter 200 Euro und ist billiger als ein Nachtrag. Menge, Materialklasse und Deponiepreis gehören getrennt in das Angebot, nicht in einen Sammelposten.

Bestand und Nachbargrenze

Alte Bäume, Leitungen und Grundstücksgrenzen sind die drei häufigsten Stolperstellen. Wurzelbereiche brauchen während der Bauzeit eine Abschrankung, sonst geht der Baum Jahre später ein. Halten Sie schriftlich fest, wer Leitungspläne besorgt und wer für Schäden an Zufahrt, Bordstein oder Nachbargrundstück einsteht.

Preisrahmen

Was üblicherweise berechnet wird

Preisrahmen Garten- und Landschaftsbau, Stand 2026
LeistungÜbliche SpanneHinweis
Arbeitsstunde Landschaftsgärtner55 bis 80 Euro nettoaus dem Ecklohn von 20,91 Euro hochgerechnet
Anfahrt und Kleinauftrag40 bis 90 Euro nettomeist pauschal, oft mit einer Mindestzeit von 2 Stunden
Minibagger mit Bediener65 bis 110 Euro je StundeOrientierung, je nach Gerätegröße und Transportweg
Pflasterfläche mit Unterbau90 bis 180 Euro je QuadratmeterOrientierung, je nach Stein, Tragschicht und Entwässerung
Rollrasen mit Bodenvorbereitung12 bis 28 Euro je QuadratmeterOrientierung, ohne Beregnung und ohne Bodenaustausch
Hecke pflanzen, 150 Zentimeter hoch45 bis 130 Euro je laufendem MeterOrientierung, die Pflanzware macht den größten Teil aus
Bodenaushub entsorgen18 bis 60 Euro je Tonneabhängig von Belastung und Deponie, Transport getrennt
Gartenpflege im Jahresvertrag48 bis 70 Euro je StundeOrientierung, feste Touren sind günstiger als Einzeleinsätze

Die Stundenspanne ist aus dem Bundeslohntarifvertrag hochgerechnet: Der Ecklohn von 20,91 Euro trägt nur den reinen Lohn, dazu kommen Sozialabgaben, Maschinen, Verwaltung und unproduktive Zeiten. Die Flächen- und Mengenpreise sind Orientierungswerte ohne amtliche Grundlage; Zufahrt, Bodenverhältnisse und Materialwahl verschieben sie deutlich.

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Häufige Fragen

Braucht ein Garten- und Landschaftsbauer einen Meisterbrief?

Nein. Das Gewerbe steht weder in Anlage A noch in Anlage B der Handwerksordnung, für die Selbstständigkeit genügt die Gewerbeanmeldung. Umfangreiche Pflaster- und Wegebauarbeiten können allerdings das zulassungspflichtige Straßenbauerhandwerk berühren, das unter Nummer 5 der Anlage A steht. Wer große Flächen befestigen lässt, fragt im Zweifel bei der Handwerkskammer nach.

Wann darf eine Hecke gerodet werden?

Zwischen dem 1. Oktober und dem Ende des Februars. Vom 1. März bis zum 30. September verbietet § 39 Absatz 5 Bundesnaturschutzgesetz das Abschneiden, Auf-den-Stock-Setzen und Beseitigen. Schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben ganzjährig erlaubt, ebenso Maßnahmen für die Verkehrssicherheit. Landesverordnungen dürfen den Zeitraum um bis zu zwei Wochen verschieben.

Wie lange haftet der Betrieb für neue Pflanzen?

Für Werkleistungen ohne Bauwerksbezug zwei Jahre ab Abnahme, § 634a Absatz 1 Nummer 1 BGB, für Arbeiten an einem Bauwerk fünf Jahre. Ob eine Pflanze anwächst, hängt aber stark von der Pflege ab. Deshalb zählt weniger die Frist als die Frage, wer in den ersten 12 Monaten wässert und schneidet.

Sind Gartenarbeiten steuerlich absetzbar?

Für ein betrieblich genutztes Grundstück sind sie Betriebsausgabe. Im Privathaushalt greift § 35a Absatz 3 EStG: 20 Prozent der Arbeitskosten mindern die Einkommensteuer, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Material zählt nicht mit, und die Rechnung muss überwiesen werden, Barzahlung schließt die Ermäßigung aus.

Warum schwanken Angebote so stark?

Meist wegen der Vorarbeiten. Ein Pflasterangebot mit 15 Zentimeter Tragschicht und Randeinfassung liegt zwangsläufig über einem Angebot, das nur Steine und Verlegung nennt. Vergleichen Sie deshalb Aufbauhöhen, Materialqualität und Entsorgungsmengen, bevor Sie Endsummen nebeneinanderlegen.

Lohnt ein Jahresvertrag für die Pflege?

Bei Gewerbeflächen fast immer. Der Betrieb plant feste Touren und setzt dafür oft 48 bis 70 Euro je Stunde an, während Einzeleinsätze mit Anfahrt teurer ausfallen. Legen Sie Leistungen je Quartal fest, etwa Schnitt, Laub, Wege und Winterdienst, und vereinbaren Sie eine Kündigungsfrist zum Jahresende.

Quellen

  1. Handwerksordnung, Anlage A: zulassungspflichtige Handwerke
  2. Handwerksordnung, Anlage B: zulassungsfreie und handwerksähnliche Gewerbe
  3. BNatSchG § 39: Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen
  4. BGB § 634a: Verjährung der Mängelansprüche
  5. EStG § 35a: Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen
  6. Tarifregister NRW: Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau
  7. Statistisches Bundesamt: Baupreise für Wohngebäude im Mai 2026
  8. Deutsches Architektenblatt: Abnahme von Pflanzleistungen